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Dekontaminationsteam leistet Pionierarbeit

Dekontamination mit H₂O₂ bei Antibiotika-resistenten Keimen - ein Fallbeispiel

 

Hochansteckende Antibiotika-resistente Keime kennen keine Kantons- oder Landesgrenzen. Somit muss beim Auftreten solcher Keime schnell und effektiv gehandelt werden. In Zusammenarbeit mit einer Institution durften wir kürzlich Pionierarbeit leisten. 

Gemäss einer Studie des «European Centre for Disease Prevention and Control» (ECDC) waren bereits vor über 10 Jahren die Antibiotika-resistenten Bakterien ein grosses Problem. Infektionen mit resistenten Keimen verursachten neben den zusätzlichen gesundheitlichen Belastungen für jeden einzelnen Patienten auch immense soziale Kosten von 1.5 Milliarden Euro, dies durch extra Spitaltage, Arbeitsabsenz oder ökonomischem Ausfall aufgrund von Todesfällen (ECDC/EMEA, The bacterial challenge: time to react. 2009). Während zu dieser Zeit die Methicillin-resistenten S. aureus ein grosses Problem darstellten, zeigt eine aktuelle Studie der "World Health Orginazation"(WHO) aus dem Jahr 2017, dass sich das Spektrum an resistenten Keimen massiv vergrössert hat. (WHO, Global priority list of antibiotic-resistant bacteria to guide research, discovery, and development of new antibiotics, 2017). So hat auch die Problematik mit den Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) stark zugenommen. Die VRE zeichnen sich durch eine schnelle Verbreitung, eine gute Überlebensfähigkeit auf unbelebten Oberflächen und der Fähigkeit, invasive Infektionen bei immungeschwächten Patienten auszulösen, aus. Ein Fall aus dem Inselspital Bern wurde im September 2018 auf nationaler Ebene diskutiert (SRF Beitrag in "10 vor 10"). 230 Patienten seien innert 8 Monaten von einem VRE Stamm infiziert worden. Todesfälle wurden zum Glück keine verzeichnet, doch der Fall verursachte massive zusätzliche Kosten. Der Übertragungsweg der VRE ist unbekannt, Kantonsgrenzen kennen Bakterien nicht, betroffen können alle sein: Spitäler, Rehazentren, Altersheime– so wurde die Thematik zur Bundesangelegenheit. Getrieben von der Brisanz der Thematik hat die Swissnoso nationale Empfehlungen zur Bekämpfung der VRE publiziert (Swissnoso, Nationale Empfehlungen zur Bekämpfung der Ausbreitung von Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) in der Schweiz, 2018). Hierbei wurde die Möglichkeit einer Keimeliminierung durch Begasen oder Vernebeln von H₂O₂ ausdrücklich proklamiert.

In der Tat war kürzlich eine Institution vom Vorkommen von VRE betroffen. Hoch anzurechnen ist dieser Einrichtung, dass sie, wie versprochen, alles unternommen hat, um diesen Keim auszurotten. Doch selbst durch gründlichste Reinigungs- und Desinfektionsmassnahmen liess sich dieser Keim nicht entfernen und die Möglichkeit des Übertrags in andere Bereiche war nicht ausgeschlossen. Die Notwendigkeit einer zusätzlichen maschinellen Dekontamination mit H₂O₂ war unumgänglich – und die Institution handelte. Nach Erstkontaktaufnahme wurde die Notfall Task-Force der Enzler Hygiene AG sofort aktiviert. Bereits am Folgetag der Erstkontaktaufnahme haben unsere Spezialisten mit der Dekontamination begonnen. Zwei Stunden reichten und der Keim war vollständig eliminiert. Der Betrieb in den nicht betroffenen Bereichen konnte ganz normal weitergeführt werden.

In also nur gerade zwei Tagen nach der Erstkontaktaufnahme mit der Enzler Hygiene AG hat wieder alles im Normalbetrieb funktioniert - eine vorbildliche und effiziente Zusammenarbeit mit pionierhaftem Charakter, die innert kürzester Zeit zum einwandfreien Ergebnis führte.